04. Dezember 2023

Evangelische Kirche Berschweiler entwidmet – Verkauf steht an: „Ende und Neubeginn zugleich“


In der künftigen Gesamtkirchengemeinde St. Wendel-Illtal gibt es ein Gotteshaus weniger. Die Evangelische Kirche in Berschweiler wurde im November feierlich entwidmet, nun steht der Verkauf des Gebäudes an.

Damit geht die 450-jährige evangelische Geschichte in dem Marpinger Ortsteil zu Ende. Dort war bereits 1574 die Reformation eingeführt worden, das Dorf erhielt sich bis ins 20. Jahrhundert eine starke evangelische Tradition. Der Wunsch nach einem eigenen Gotteshaus wurde aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg Wirklichkeit. Im April 1953 konnte das Evangelische Gemeindehaus mit Kirchraum in Dienst genommen werden. Heute steht das Ensemble aus Kirch-Gemeindehaus und angebautem Schwesternhaus unter Denkmalschutz.
Aber ist das Gebäude in Berschweiler eigentlich eine Kirche oder ein Gemeindehaus? Beides ist richtig. Tatsächlich handelt es sich um einen Multifunktionsbau – ein Gemeindezentrum mit integriertem Kirchsaal. Aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes mit kleinem Türmchen und der Nutzung für Gottesdienste bürgerte sich der Name „Evangelische Kirche Berschweiler“ ein.

„Am Ende wurde die Evangelische Kirche in Berschweiler auch ein Opfer des Zeitgeistes“, bedauert Dirmingens Ortsvorsteher Frank Klein rückblickend den Abschied. Klein, der auch Presbyter der Kirchengemeinde Dirmingen ist, hat den Prozess von Anfang an begleitet. Er weiß: „Wir haben uns die Sache nicht leicht gemacht“. Doch letztlich hätten die blanken Zahlen den Ausschlag gegeben: „Früher hatten wir in Berschweiler über 1.000 evangelische Gemeindeglieder, heute sind es keine 300 mehr“, bedauert er. Weniger Kirchenmitglieder, also weniger Kirchensteuern und noch weniger Menschen, die im Ort einen Gottesdienst besuchen. Somit blieb der Gemeinde nur die Entscheidung, diese Kirche aufzugeben, um mit dem so gesparten Geld den Standort in Dirmingen zu sichern.
Der Multifunktionsbau in Berschweiler steht indes zum Verkauf. Einige Interessenten haben sich gemeldet. Wer den Zustand erhält, ist bislang nicht entschieden. Ist der Beschluss gefasst, kann es dann aber schnell gehen.

„So schwer die Entscheidung zur Aufgabe dieser Kirche für die Kirchengemeinde Dirmingen auch sein mag, sie war mit Blick auf die Möglichkeiten der Gegenwart und der Zukunft vollkommen richtig“, blickt Klein optimistisch in die Zukunft.





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